
| | 1604 In Fürth gab es 321 Familien, also 1.500 bis 2.000 Einwohner. Neben Bauern lebten viele Handwerker im Marktflecken, die für die Versorgung der Bevölkerung arbeiteten. |
| Aber es sind jetzt schon Berufe erwähnt, die über den Alltagsbedarf hinaus produzierten: Pergamentmacher, Bortenwirker und Goldschmiede. Die Zahl der jüdischen Familien betrug 22. Die Gemeinde war nun groß genug, sich ihre Einrichtungen zu schaffen: 1607 Errichtung eines Friedhofs und Berufung des ersten Rabbiners, 1617 Bau der ersten Synagoge und 1653 eines Krankenhauses. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1824 gab es eine Talmudhochschule, die Fürth einen wichtigen Platz im geistigen jüdischen Leben in Deutschland sicherte. 1682 entstand die erste hebräische Druckerei. |
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 | | 1632 Fürth hatte im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) viel zu leiden.1632 fand in der Nähe die Schlacht an der Alten Veste zwischen Gustav Adolf und Wallenstein statt. |
| Beide Heere, zusammen ca. 100.000 Mann, hielten sich monatelang in der Umgebung auf und versorgten sich nach dem Grundsatz 'Der Krieg ernährt den Krieg' aus dem, was sie im Land vorfanden. Als sie schließlich abzogen, waren Fürth und sein Umland völlig ausgeraubt. |
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1634 Für Fürth das schlimmste Jahr im Dreißigjährigen Krieg. Die Kroaten zündeten den Ort an, erbost darüber, dass hier nichts mehr zu finden war. Fürth brannte tagelang und wurde fast vollständig zerstört. Die Hälfte der Bevölkerung war am Ende dieses Krieges umgekommen. |
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Seit 1675 Jüdische Kaufleute aus Fürth waren auf den Leipziger Messen vertreten. |
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 | | 1685 Hugenotten, reformierte Christen aus Frankreich, kamen nach Fürth, siedelten sich hier an und brachten viele neue Gewerbe mit: Uhrmacherei, Seidenfärberei, Haubenmacherei und Strumpfwirkerei. Sie gaben der Fürther Wirtschaft neue Impulse. |
| Schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts lebten einige niederländische Reformierte im Ort. Sie hatten Tabakverarbeitung und –handel mitgebracht. |
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Um 1700 Der Wiederaufbau nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg war geschafft. Fürth hatte ca. 6.000 Einwohner. Ein wirtschaftlicher Aufschwung begann: 1705 kam der erste Goldschläger nach Fürth, 1710 der erste Brillenmacher, Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Spiegelproduktion. Da in Fürth ein freies Wirtschaftsrecht herrschte, konnte hier - im Gegensatz zu Nürnberg - marktgerecht und billig produziert werden. Deshalb kamen viele Handwerker nach Fürth. Zum wirtschaftlichen Aufschwung trugen auch die Hugenotten und die jüdischen Kaufleute bei. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Fürth vom bäuerlich geprägten Marktflecken zu einer von Gewerbe und Handel Stadt. Zur formalen Stadterhebung kam es wegen der Dreiherrschaft aber noch nicht. |
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1715 Mit dem Bau der Bäumenstrasse, der ersten gerade Straße, begann die Ortserweiterung nach Osten. |
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1719 Die jüdische Bevölkerung hatte sich im 17. Jahrhundert ganz besondere Rechte erworben, die nun schriftlich fixiert wurden. Die wichtigsten waren: Wirtschaftliche Gleichberechtigung, Freiheit in Religionsangelegenheiten mit uneingeschränktem Synagogenbau, selbständige Regelung des Zuzugs neuer Juden nach Fürth, Entsendung von zwei stimmberechtigten Vertretern in die Fürther Gemeindeversammlung. Mit diesen in Deutschland einmaligen Rechten wurden die Juden rasch integriert. Es gab in Fürth kein Judenviertel und keine Judengasse. |
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 | | 1723 Die Gemeinde Fürth benutzte zum ersten Mal ein Siegel mit dem dreiblättrigen Kleeblatt. |
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1792 Nach der Abdankung des letzten Markgrafen von Ansbach-Bayreuth übernahmen die preußischen Hohenzollern das Erbe ihrer fränkischen Verwandten. |
1798 Die Preußen schafften die anachronistische Dreiherrschaft ab und führten eine effektive Verwaltung ein. |
1800 Fürth zählte ca. 13.000 Einwohner, 21% davon waren jüdischen Glaubens. |