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OB Dr. Thomas Jung zum Stadtgeburtstag

1000 Jahre Fürth - ein Grund zur Freude und zum Feiern. Dabei ging unsere Stadtgeschichte schon gut los, wir wurden durch Kaiser Heinrich II verschenkt. Wir erhielten kein Geschenk, sondern wir wurden verschenkt. Dies galt auch für die folgenden Jahrhunderte. Kein Fürst, kein Burgherr und kein Bischof wirkten für diese Stadt. Kein Dom oder Königsschloss wurde für uns errichtet. Niemand brachte Reichtum aus dem Umland in die Stadt, alles musste hart erarbeitet werden.

Wenn wir trotzdem heute in Fürth stolze Bürgerhäuser finden, geschlossene wunderbare Ensembles fantastischer Baudenkmäler aus dem 19. Jahrhundert, dann liegt dies an der eigenen Kraft und am eigenen Fleiß dieser Stadt. Gewerbefleiß hat im 19. und 20. Jahrhundert viel Reichtum entstehen lassen. Darunter unsere stolzesten Bauten, wie ein Stadttheater, das Rathaus oder das Logenhaus. Auch die Hornschuchpromenade kann als Sinnbild dieser Epoche gelten. Dieser Gewerbefleiß und das Entstehen von Reichtum durch harte Arbeit hatte aber immer auch eine Kehrseite: Not und Elend. Die höchste Kindersterblichkeit im bayerischen Königreich gab es in Fürth genauso, wie die niedrigste Lebenserwartung vieler Industriearbeiter in Bayern in unserer Stadt.

Auch die großen Fürther Persönlichkeiten waren deshalb keine Sprösslinge großer und reicher Dynastien, hatten nichts ererbt, sondern alles selbst geschaffen. Ein Max Grundig, ein Ehepaar Schickedanz, ein Jakob-Wassermann, ein Leopold Ullstein, ein Henry Kissinger, ein Ludwig Erhard, stets waren es Bürger aus kleinen, bescheidenen Verhält nissen, die von Fürth aus Großartiges von nationaler oder gar Weltbedeutung vollbracht haben. Wer nie von anderen etwas geschenkt bekommt, sondern sich alles hart erarbeiten muss, dem eröffnen sich Chancen und Gefährdungen: die Chance, sich unabhängig zu entwickeln, aber auch die Gefahr der Bitterkeit und der fehlenden Selbstachtung. So konnte in Fürth trotz der fantastischen eigenen Kraftanstrengungen ein Gefühl entstehen, man sei weniger wert und habe weniger vorzuweisen. Fühlten sich die Fürtherinnen und der Fürther lange Zeit nicht als Bewohner einer unterschätzten Stadt, einer vermeintlich grauen Stadt mit 1.000 Schlöten im Schatten Nürnbergs? Ich glaube, die 1000-Jahr-Feiern geben uns die Chance, das Selbstbewusstsein in Fürth neu zu formulieren.

Nur wer sich selbst liebt und schätzt, kann auch von anderen geliebt und geschätzt werden. Diese Weisheit der Psychologie gilt auch für Städte und ihre Bewohner.

Die Fürtherinnen und Fürther erleben nach 1000 Jahren in vielen Bereichen des städtischen Lebens Spitzenwerte und glänzende Zukunftsperspektiven. So dürfen wir uns über den Höchststand an Bevölkerung unserer 1000-jährigen Stadtgeschichte mit einer ungebrochenen Dynamik freuen. Es gibt viele Prognosen, die uns die beste Bevölkerungsentwicklung aller nordbayerischen Städte vorhersagen. Wir dürfen selbstbewusst hinweisen auf:

  • die höchste Denkmaldichte aller Großstädte in Bayern
  • die höchste Photovoltaikdichte aller deutschen Großstädte
  • eine mittelständische Unternehmensstruktur, die nicht geprägt ist durch anonyme Aktiengesellschaften, sondern durch weltweit erfolgreiche Familienunternehmen wie Uvex, Kurz, Bruder, Lang, Mederer und viele mehr.
  • die Stadt Fürth als Wissenschaftsstadt mit einem Zentrum der europaweiten Forschung für Neue Materialien und deren zerstörungsfreie Prüfung.

Viele Slogans werden wir neu formulieren müssen. Fürth zieht nicht an, aber es hält fest, ist überholt. Fürth zieht an und hält fest, das ist die Erfahrung der vergangenen Jahre und Programm für unsere Zukunft. Fürth ist nicht die graue Stadt der 1000 Schlöte, sondern die grüne Stadt der 1000 Chancen. Fürth ist die Großstadt, die vor allem Menschen aus kleinen Verhältnissen immer mehr ermöglicht hat und immer mehr ermöglichen wird als andere Städte.

Fürths Zukunft liegt auch im Bewahren. Im Bewahren unserer Denkmäler, im Bewahren unserer Grüngürtel, unserer mittelständischen Wirtschaftsstruktur, unserer Toleranz und Überschaubarkeit. Jeder Größenwahn, jedes Verändern um des Veränderns willen wäre die größte Gefahr für eine gute Zukunft unserer Stadt. Fürth, ein wunderbarer, lebenswerter Ort in Bayern, feiert 1000 Jahre und darf sich auf eine gute Zukunft freuen.

Wir wurden verschenkt, das war 1007. Jetzt wollen und dürfen wir selbst schenken, vor allem Zukunftschancen für unsere 20 000 Kinder und Jugendlichen und für die ganze Metropolregion.“



Dieser Artikel wurde am 05.11.2007 erstellt
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